ROBERTSON, E. Graeme / ROBERTSON, Joan: Verzierungen in Gusseisen

 

Verzierungen in Gusseisen
Verzierungen in Gusseisen. Die vergessene Kunst

Verzierungen in Gusseisen

Die vergessene Kunst

E. Graeme Robertson und Joan Robertson, 1977

335 Seiten mit 500 Photos und Illustrationen

Hauptinhalt*

  • Vorwort 7
  • 1 Einführung 11
  • 2 Die Britischen Inseln 16
  • 3 Kontinentaleuropa 31
  • 4 Die Vereinigten Staaten von Amerika 36
  • 5 Australien und Neuseeland 49
  • 6 Weltreiche und ihr Einfluß 76
  • Bildteil 80
  • Erklärung der Fachbegriffe 321
  • Bibliographie 323
  • Personen- und Sachregister 331

Die Autoren:
Der australische Arzt Dr. med. E. Graeme Robertson (1903 – 1975) veröffentlichte neun Bücher über Kunstgussverzierungen, Architektur und Möbel in seiner Heimat Melbourne sowie in Sidney, Adelaide und Tasmanien.

Der passionierte Sammler von Eisenarbeiten engagierte sich in verschiedenen Institutionen federführend für das Thema Kunstguss- und Schmiedeeisen.

Joan Robertson ist seine Tochter.

Verzierungen in Gusseisen ist nur noch antiquarisch erhältlich, z.B. hier ab EUR 1,45 zzgl. Versand

Eisenhart, doch wunderschön

Das Buch wirkt. Die Schönheit der Eisenwerke ist einfach atemberaubend. Bevor mir dieses Buch in die Hände fiel, hatte ich mich nie mit Kunstguss oder dergleichen beschäftigt. Jetzt bin ich schwer beeindruckt, was dieses Kunsthandwerk alles geschaffen hat.

Das Buch ist randvoll Fotos, Zeichnungen und Graphiken von Pavillons, Balkonen, Toren, Brüstungen, Geländern, ganzen Gebäuden. Insgesamt 500 Fotos und Illustrationen zeigen zahlreiche Eisenarbeiten auf der ganzen Welt.
Sieh hier einige Symbolfotos von Gusseisen in Melbourne

Der Schwerpunkt dieses Buches liegt auf Australien und Neuseeland. Robertson begründet das so:
(S.49*)

  • Australiens Städte wurden während der Blütezeit des Gusseisens erbaut
  • Das australische Klima förderte den Werkstoff, für z.B. Gusseisenveranden und -Balkone.
  • „In Melbourne wurde mehr Gusseisen zu Bauzwecken als irgendwo sonst auf der Welt verwendet.“

Die Bücher von E. Graeme Robertson

  • Victorian Heritage (1960)
  • Sydney Lace (1962)
  • Early Houses of Northern Tasmania (mit Edith Craig, 1964)
  • Ornamental Cast Iron in Melbourne (1967)
  • Early Buildings of Southern Tasmania (1970)
  • Adelaide Lace (1973)
  • Carlton (1974)
  • Parkville (1975) mit Joan Robertson
  • Cast Iron Decoration: A World Survey (1977) mit Joan Robertson

In welchen Institutionen war Robertson tätig?

  • National Gallery Society von Victoria (Präsident)
  • National Trust of Australia (Ehren- und Ratsmitglied)
  • „Polly Woodside“-Restaurationsausschuß (Vorsitz)
  • Ausschuß für Kunstgussmuseum in Melbourne (Präsident)

Mehr über E. Graeme Robertson:

  • Eine Herzensangelegenheit war für Dr. Robertson die Restaurierung der Polly Woodside die er als Vorsitzender des Restaurationsausschusses bis zu seinem Tod vorantrieb.Die Polly Woodside ist eine dreimastige Bark mit Eisenhülle. 1885 in Belfast gebaut, legte sie u.a. als Kohle- und Weizenfrachter zwischen England und Südamerika 1,5 Millionen Seemeilen (ca. 2,8 Millionen Kilometer) zurück und umrundete 17mal die Erde. Heute liegt die Polly Woodside als Museumsschiff in Melbourne.
  • Das „E“ in E. Graeme Robertson steht für Edward
  • Als Neurologe verfaßte E. Graeme Robertson drei Monographien und rund 60 Fachartikel
  • Biographie von Dr. med E. Graeme Robertson (Englisch)

Wie gefällt Dir das Thema Gusseisen?
Schreibe es einfach unten in die Kommentare. Vielen Dank 🙂


* ROBERTSON, E. Graeme / ROBERTSON, Joan: Verzierungen in Gusseisen. Die vergessene Kunst, (o.Aufl.), Bern: Benteli, 1977
(Im Original erschienen als: Cast Iron Decoration. A World Survey, London: Thames and Hudson, 1977)

 

BÖRSCH-SUPAN, Helmut: Caspar David Friedrich

Caspar David Friedrich
Caspar David Friedrich

Caspar David Friedrich (1774 – 1840)

Maler, Graphiker und Zeichner; Vertreter der Frühromantik

Helmut Börsch-Supan: Caspar David Friedrich. 180 Seiten mit 56 Farbtafeln und 63 einfarbigen Abbildungen
neu (Englisch?) oder gebraucht (ältere Ausgabe)

Inhalt

  • Caspar David Friedrich: Landschaft als Sprache (S.7*)
  • Daten aus dem Leben (S.61*)
  • Notizen zu Personen (S.63*)
  • Farbtafeln 1 – 56 (S.65*)
  • Literaturhinweis, Photonachweis (S.180*)

Caspar David Friedrichs Arbeiten wurden zu Lebzeiten sowohl gelobt als auch kritisiert. Die Kritik war teilweise heftig und wurde auch von einflußreichen Persönlichkeiten seiner Zeit geäußert, z.B. von F.W.B. v. Ramdohr und J.W. v. Goethe.

Nach seinem Tod wurde Friedrich zunächst schnell vergessen, ein halbes Jahrhundert später jedoch als Künstler wiederentdeckt.

Friedrich, dessen Bilder vielfach melancholische Allegorien der christlichen Ideenwelt (z.B. Einsamkeit, Tod, Jenseits, Erlösung) darstellten, hätte diese seine künstlerische Wiederauferstehung bestimmt gefallen.

Heute gilt Caspar David Friedrich als bedeutender Künstler der Frühromantik, der mit den herrschenden Gepflogenheiten der Landschaftsmalerei brach und dadurch zu einem Wegbereiter der Modernen Kunst wurde.

Helmut Börsch-Supans Kunstbuch Caspar David Friedrich beleuchtet Caspar David Friedrichs Leben und Werk in Text und Bild. Die Schilderungen sind sehr genau und immer wieder wird das Auge von den Zeichnungen, Graphiken und Bildern Friedrichs angezogen.

Die 56 Bildtafeln zeigen hauptsächlich Friedrichs Ölbilder und werden von Helmut Börsch-Supans Bildinterpretationen begleitet.

Dabei kommen beispielsweise folgende Bedeutungspaare vor:

  • Absterbender / abgestorbener Baum, Baumstumpf = Tod
  • Brücke = Übergang ins Jenseits
  • Ufer = Diesseits
  • Rot = Liebe
  • Ankerstein = Hoffnung auf ewiges Leben
  • Lilie = Unschuld
  • Rose = Liebe
  • Pappel = Tod

 

Fundstück
Im Buch fand sich eine herausgetrennte Seite Geisteswissenschaften der FAZ vom Mittwoch, 27. Juni 2007.
Darauf ein Artikel von Bettina Erche: Symbole des nicht Fassbaren, Blick auf die Forschungsgeschichte: Caspar David Friedrichs Landschaften.

In dem Artikel wird auch der Autor dieses Buches, Helmut Börsch-Supan, erwähnt, der eine Diskussion über Caspar David Friedrich und sein Werk, besonders hinsichtlich dessen religiöser Ausrichtung, eröffnet habe.

Dazu paßt auch: das kontroverse Bild:

Caspar David Friedrich: Das Kreuz im Gebirge (Tetschener Altar)
Caspar David Friedrich: Das Kreuz im Gebirge (Tetschener Altar), 1808

Das Kreuz im Gebirge (Tetschener Altar) (Nr.6*)
Über dieses Bild (hier mit Kühns Rahmen) entbrannte um Weihnachten 1808 der sogenannte Ramdohr-Streit. Ein Kammerherr Friedrich Wilhelm Basilius von Ramdohr hatte Caspar David Friedrichs Bild anläßlich seiner Ausstellung in Friedrichs Wohnung persönlich und später in einem Zeitungsartikel auch öffentlich scharf angegriffen.

Caspar David Friedrich habe die Landschaft mißbraucht, sie bewußt wirkungsheischend zur Unterstützung religiöser Ideen angelegt, unerträgllich konstuiert und wirklichkeitsfremd. Er verstoße auch gegen die Regeln der Bildkomposititon und der Perspektive. „Die Abkehr von der Natur, dem Zeugnis göttlicher Schöpfung …“** warf er Friedrich vor.

Also ehrlich. Wenn ich mir Caspar David Friedrichs Bilder so anschaue, kommt es mir genau anders herum vor. Wie sollte jemand, der sich von der Natur abgekehrt hätte, solche Werke hervorbringen?

Friedrich ist sehr viel gereist, war regelmäßig in der Natur unterwegs und hat in und mit der Natur gelebt und gearbeitet. Er hat sie bis ins Kleinste betrachtet und sie detailliert abgebildet. In der Regel aus eigener Anschauung. Das ist doch keine Abkehr, das ist vielmehr leidenschaftliche Hinwendung.

Deshalb:

  • Religiöse Bildsprache hin oder her…
  • Freimaurerbild? Und wenn schon.
  • Verstöße gegen die Gesetze der Perspektive. Verziehen.
  • Komponieren von Einzelbeobachtungen in verschiedenen Landschaften zu einem einzigen Landschaftsbild? Hat Caspar David Friedrich damit am Ende noch den Remix erfunden?

Seine Zeichnungen, Graphiken und Bilder sprechen jedenfalls für sich.

Apropos Freimaurer-Bild:
Ist Das Kreuz im Gebirge als Freimaurerisches Programmbild anzusehen?

Mein Lieblingsbild
Eichbaum  im Schnee (Nr.45*)

Friedrich: Eichbaum im Schnee 1829
Caspar David Friedrich: Eichbaum im Schnee, 1829

Ganz schön rumgekommen: Caspar David Friedrichs Orte
Caspar David Friedrich war nachweislich in:

  • Greifswald
  • Kopenhagen
  • Berlin
  • Dresden
  • Neubrandenburg
  • Rügen
  • Loschwitz
  • Nordböhmen
  • Riesengebirge
  • Harz
  • Ballenstedt
  • Jena
  • Elbsandsteingebirge
  • Plauenscher Grund
  • Wolgast
  • Stralsund
  • Meißen
  • Teplitz

 

Welches Bild von Caspar David Friedrich gefällt Dir am besten? Zeichnest Du vielleicht selbst?
Schreibe es doch einfach unten in die Kommentare. Vielen Dank.


* BÖRSCH-SUPAN, Helmut: Caspar David Friedrich, (2.Aufl.), München: Prestel, 1975

** ERCHE, Bettina: Symbole des nicht Fassbaren. Blick auf die Forschungsgeschichte: Caspar David Friedrichs Landschaften, in: F.A.Z. vom 27.06.2007, Nr. 146 / Seite N 3

 

 

DRÖSCHER, Vitus B.: „…und der Wal schleuderte Jona an Land“

...und der Wal schleuderte Jona an Land
…und der Wal schleuderte Jona an Land. Wunder der Bibel naturwissenschaftlich erklärt.*

 

 

Alle Achtung! Der Boss hält sich an seine eigenen Regeln

„…und der Wal schleuderte Jona an Land“

„…und der Wal schleuderte Jona an Land“ ist das 21. Buch des Zoologen und Wissenschaftspublizisten Vitus B. Dröscher. Er erklärt darin Geschehnisse und Wunder aus der Bibel, vornehmlich des Alten Testamentes.

Das Buch hat 171 Seiten. Anmerkungen zum Text weisen die zugehörigen Bibelstellen u.a. aus. Das Personen- und Stichwortverzeichnis hilft beim leichten Auffinden von Textstellen.

Der Autor Vitus B. Dröscher (1925 – 2010)
„Der … erfolgreichste Tierschriftsteller deutscher Sprache …“ (Klappentext*) veröffentlichte als studierter Zoologe und Psychologe mehr als 30 Bücher zum Thema Tiere. Die Fragen nach dem Verhalten von Tieren und die Art, wie sie mit ihren Sinnen die Umwelt wahrnehmen, standen dabei oft im Mittelpunkt. Seine Bücher erreichten in 214 Ausgaben eine Gesamtauflage von 8 Millionen Stück und wurden in 20 Sprachen übersetzt, darunter Chinesisch und Koreanisch. Auch im Fernsehen war Vitus B. Dröscher mit eigenen Serien und als Fachexperte regelmäßig zu sehen.

Vitus B. Dröscher, auch sehr dem Tier- und Artenschutz verschrieben, schöpfte aus einem unerschöpflichen Fundus an eigenen Tierbeobachtungen vor Ort, die er im Laufe von 51 Expeditionen, von Kanada bis Feuerland und von Grönland bis Neuseeland auf der ganzen Erde gemacht hatte.**

Das Buch
Vitus B. Dröscher erzählt zunächst, wie er durch die Beschäftigung mit Wachteln feststellte: durch neueste Forschungsergebnisse werden die beiden Wachtelwunder des Alten Testamentes „… in allen Details wunderbar bestätigt.“ (S.10*)

Auch das biblische Wort von den Adlerflügeln („Ihr habt gesehen, was ich den Ägyptern angetan habe, wie ich euch auf Adlerflügeln getragen und hierher zu mir gebracht habe.“ (2.Mose 19,4)) wurde durch mehrfache Beobachtungen verschiedener Vogelkundler bestätigt.

Diese beiden Schlüsselerlebnisse legten den Grundstein zu diesem außergewöhnlichen Buch.

Das Inhaltsverzeichnis von „…und der Wal schleuderte Jona an Land“ findest Du auf Vitus B. Dröschers Webpräsenz in der Rubrik Bücher (4. links, dann weiter runter).

Was ist drin?

In „…und der Wal schleuderte Jona an Land erklärt Vitus B. Dröscher 7 der 10 ägytischen Plagen:

und weitere Wunder:

 

Schau mal, „Der brennende Dornbusch“ als schönes Bleiglasfenster: (nicht im Buch)

Brennender Dornbusch. Bleiglasfenster in der katholischen Pfarrkirche St. Lambert in Spay.
Mose und der brennende Dornbusch. Bleiglasfenster in der katholischen Pfarrkirche St. Lambert in Spay. Foto von GFreihalter – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=16264365 +++ Lb. GFreihalter. Vielen Dank, dass ich das Bild verwenden darf. +++

So steht die Geschichte von Mose und dem brennenden Dornbusch in der Bibel (2.Mose 3)

2.Mose 3
1Mose weidete die Schafe und Ziegen seines Schwiegervaters Jitro, des Priesters von Midian. Eines Tages trieb er das Vieh über die Steppe hinaus und kam zum Gottesberg Horeb.
2Dort erschien ihm der Engel des Herrn in einer Flamme, die aus einem Dornbusch emporschlug. Er schaute hin: Da brannte der Dornbusch und verbrannte doch nicht.
3Mose sagte: Ich will dorthin gehen und mir die außergewöhnliche Erscheinung ansehen. Warum verbrennt denn der Dornbusch nicht?
4Als der Herr sah, dass Mose näher kam, um sich das anzusehen, rief Gott ihm aus dem Dornbusch zu: Mose, Mose! Er antwortete: Hier bin ich.
5Der Herr sagte: Komm nicht näher heran! Leg deine Schuhe ab; denn der Ort, wo du stehst, ist heiliger Boden.
6Dann fuhr er fort: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs.***

Und was haben nun welche Tiere mit welchem Wunder zu tun?
Für den brennenden Dornbusch sollen Scharen von Leuchtkäfern gesorgt haben, die sich zur Paarung auf und um den Dornbusch versammelt haben. (S.18*) Wie sich alle anderen Wunder naturwissenschaftlich erklären lassen, liest Du am besten selbst. Vitus B. Dröscher kann so wunderbar erzählen; das muß man einfach selbst erleben / erlesen.

Kurz gefragt:

Wofür steht das „B.“ in Vitus B. Dröscher
Für Bernward (althochdeutsch: Schützer vor dem Bären)

Wie hieß Vitus B. Dröschers erster veröffentlicher Artikel?
„Zugeflogene Taube“** Mit neun Jahren eingereicht und in einer Kinderzeitschrift abgedruckt. (Anm.: Sprichwörter der Weltgeschichte am Beispiel erklärt. Heute: „Früh übt sich, was ein Meister werden will.“ (Wilhelm Tell III,1)

Wo kann ich ein Exemplar des Buches bekommen?
In Deiner örtlichen Leihbücherei, im Buchantiquariat oder hier bei Amazon (ab EUR 0,71 + Versand am 23.02.2017).

Was denkst Du über diese Wunder?
Schreibe doch einfach jetzt gleich einen wunderbaren Kommentar dazu unten rein.


* DRÖSCHER, Vitus B.: „…und der Wal schleuderte Jona an Land“, Die Tierwunder der Bibel naturwissenschaftlich erklärt, (1.Aufl.), Hamburg, Zürich: Rasch und Röhring, 1987

** http://www.vitus-b-droescher.de/ abgerufen am 21.02.2017

*** https://www.bibleserver.com/text/EU/2.Mose3 abgerufen am 23.02.2017

 

GUTMANN, Ludwig / WOREL, Peter: Erfolgreich spekulieren mit wenig Geld

Erfolgreich spekulieren mit wenig Geld
Erfolgreich spekulieren mit wenig Geld

Wette gewonnen oder Einsatz verronnen

Börse und Optionsscheine – ein Buch für Einsteiger


Erfolgreich spekulieren mit wenig Geld. Mit Optionsscheinen und anderen Wertpapieren Geld verdienen*
umfaßt einschließlich Register 224 Seiten.

Das Buch ist mir vor ein paar Tagen erst zufällig in die Hände gefallen. Deswegen hat es mich auch noch nicht reich gemacht. Aber ich schaue es mir gerne einmal an. Geld vedienen ist doch nie verkehrt. Und der Titel ist hübsch, mit verschiedenen Wertpapieren und einem grünen, optimismusversprühenden von-unten-links-nach-oben-rechts-Pfeil darauf.

Und wie sieht es von innen aus?

  • Vorwort (S.5*)
  • Teil I (S.13*) (viel Charttechnik, verschiedenste Indikatoren, Börsenwissen)
  • Teil II (S.139*) (Optionsscheine und DTB-Optionen)
  • Register (S.222*) (von Advance-Decline-Line bis Zinsoptionen)

Also, Charts finde ich jetzt im Moment nicht allzu interessant. Aber ich habe mich schon immer gefragt, was es mit diesen Optionen oder Optionsscheinen auf sich hat. Irgendwo stand mal, dass Optionen und Optionsscheine nicht das gleiche seien.

Hier geht es jedenfalls erstmal um Optionsscheine. Habe aber trotzdem kurz nachgeschaut, was DTB-Optionen sind. DTB steht für Deutsche Terminbörse und da werden diese Optionen (diesmal keine Optionsscheine, oder?) gehandelt.

Optionsscheine

Das Thema Optionsscheine beginnt in Erfolgreich spekulieren mit wenig Geld auf Seite 139 und geht bis Seite 175. Folgendes soll den Leser erwarten:

  • Was sind Optionsscheine
  • Welche Arten gibt es?
  • Wie wird spekuliert?
  • Welche Chancen haben Optionsscheine?
  • Warum ist mit wenig Kapital viel Gewinn möglich?
  • Welche Risiken bergen Optionsscheine?
  • Berwertungskriterien
  • Was kosten Optionsscheine?

Was fällt beim ersten Lesen auf?
Ui, da ist doch mehr zu lesen als ich zunächst dachte. Obwohl auf den Seiten einiges an Platz gelassen wurde (große Grafiken und Kästen, weiße Stellen)   Zum Glück ist der Text mit vielen Kästen versehen, die wohl die wichtigsten Dinge deutlich hervorheben. Was steht denn da zum Beispiel übersetzt? (S.142*)

Optionsscheine und Aktien haben mindestens eine Gemeinsamkeit: Beide sind börsengehandelte Risikopapiere.

Optionsscheine unterscheidet von Aktien, dass sie keine Dividenden ausschütten, jedoch eine feste Laufzeit und einen Zeitwert haben.

Ein Optionsschein ist immer auf einen Basiswert bezogen
Zum Beispiel, eine Aktie, ein Rentenpapier, einen Index, eine Währung etc.)

Optionsscheine gibt es in zwei Varianten:

  • Call-Optionsschein: Man erwartet steigende Kurse (des Optionsobjekts, also der Aktie, des Index etc.)
  • Put-Optionsschein: Man erwartet fallende Kurse (des Optionsobjekts, also der Aktie, des Index etc.)

Wie es scheint, gibt es die verschiedensten Formen von Optionsscheinen:

  • Klassische Optionsscheine
    (auch: normale Optionsscheine) (S.147*)
  • Covered Warrants
    (größtenteils Calls) (S.148*)
  • Naked Warrants
    (Emission ohne Optionsanleihe) (S.149*)
  • Index-Optionsscheine
    (Index als Basiswert) (S.150*)
  • Zins-Optionsscheine
    (Rentenpapier als Optionsobjekt)
  • Währungsoptionsscheine
    (Währung als Optionsobjekt) (beide S.151*)
  • Capped Warrants
    (Kombination aus Call und Put)
  • Money-Back-Optionsscheine
    („… garantieren dem Käufer am Laufzeitende bei Nichtausübung des Optionsrechtes … die Rückzahlung des eingesetzten Betrages.“(beide S.152*)
  • Look-Back-Optionsscheine
    (der Bezugspreis wird erst am Laufzeitende oder Ausübungstag festgelegt)
  • Switch- oder „Wünsch-Dir-was“-Optionsscheine
    (Call mit dem Recht auf den Umtausch in einen Put. Bezugspreis und Laufzeit bleiben gleich) (beide S.153*)
  • Asian-Optionsscheine
    (der Bezugspreis wird anhand von Durschnittskursen des Optionsobjektes über einen bestimmten Zeitraum gebildet)
  • Korb-Optionsscheine (beide S.154*)
    (Covered Warrants mit Aktienkorb als Optionsobjekt)

Bisher (hoffentlich einigermaßen richtig) hängengeblieben:

Ein Optionsschein gibt mir das Recht, ein bestimmtes Optionsobjekt zu einem bestimmten Preis zu kaufen (Call-Option) oder zu verkaufen (Put-Option).

Verändert sich der Kurs des Optionsobjekts, z.B. Aktie, Rentenpapier, Index etc, dann steigt oder fällt auch der Wert des zugehörigen Optionsscheines. Allerdings sorgt ein „Hebel“ dafür, dass diese Ausschläge weitaus heftiger ausfallen als die Kursveränderung des Optionsobjektes selbst.

Je nach Art des Optionsscheines kann ich am Ende der Laufzeit (europäisch) oder beliebig währenddessen (amerikanisch) die zugehörige Option, Kauf (Call) oder Verkauf (Put) des Optionsobjektes, ausüben, bzw. mich ggf. auszahlen lassen. Ein Optionsschein kann allerdings auch komplett wertlos werden.

Bewertungskriterien für Optionsscheine und Fazit

Optionsscheine kennen u.a. folgende Bewertungskriterien:

  • Bezugspreis
  • Aufgeld
  • Hebel
  • Laufzeit
  • „fairer“ Preis
  • Volatilität, d.h. die Schwankung des Optionsobjektes

Fazit
Erfolgreich spekulieren mit wenig Geld macht sehr den Eindruck, solides Grundlagenwissen zur Börse, und hier besonders zu Optionsscheinen, zu vermitteln. Das komplexe Thema Optionsscheine wird sehr straff dargestellt, deshalb ist fast jeder Satz wichtig. Grafiken helfen beim leichteren Verständnis, doch das Buch verlangt dem Leser trotzdem einiges an Denkarbeit ab. Es ist aber auch nicht wirklich zu viel verlangt, sich ausreichend Gedanken zu machen, bevor man sich an Hochrisikopapiere mit möglichem Totalverlust heranwagt.

Persönliches Fazit:
Optionsscheine sind Wetten auf steigende oder fallende Kurse von Wertpapiern o.ä. mit Verfallsdatum. Wer mit seinem Tip richtig liegt kann mit kleinem Einsatz viel Gewinn erzielen. Allerings kann das eingesetzte Kapital am Ende auch einfach futsch sein.

Deshalb sind Optionsscheine zur Zeit nichts für mich. Aber wenn ich mal so reich bin, dass mir ein paar Tausend Euro mehr oder weniger im Portemonnaie gar nicht mehr auffallen, dann probiere ich Optionsscheine vielleicht einmal aus (und werde berichten).

Solange bleibe ich doch lieber bei meinem konservativen ETFSparplan.

Wer zuerst kommt, mahlt zuerst:
Ja, gibt es das wirklich? Soeben sehe ich, dass Erfolgreich spekulieren mit wenig Geld für nur 0,24 EUR (vierundzwanzig Cents) zu haben ist (18.02.2017). Also für diesen Betrag würde ich mein Exemplar aber nicht verkaufen. Bei dieser Gelegenheit lies doch auch gleich einmal diese hilfreiche Rezension.

Erfolgreich spekulieren mit wenig Geld – zwei Nachträge

Was mir noch gut gefallen hat:
Im Kapitel Prognosen – Wie können Sie davon profitieren, zeigen die Autoren, was man oft auf die Börsenvorhersagen von Börsenexperten geben kann: nämlich gar nichts. Eine wichtige Erkenntnis.

Was schade ist:
Auf dem Titel steht leuchtend gelb auf Rot und in Großbuchstaben: „MIT SONDERTEIL CRASH-VORSORGE“. Im Inhaltsverzeichnis taucht dieser Satz nicht mehr auf. Doch falls dieser Sonderteil dem Buch einmal separat beigelegen haben sollte, ist er bei meinem Exemplar leider verlorengeganen.

Hast Du Ahnung von Optionsscheinen?
Schreibe kurz in die Kommentare, wie Optionsschein Dich reich gemacht haben (oder noch reichmachen werden)  😉

 


* GUTMANN, Ludwig / WOREL, Peter: Erfolgreich spekulieren mit wenig Geld. Mit Optionsscheinen und anderen Wertpapieren Geld verdienen, (Heyne Ratgeber), (1. Aufl.), München: Heyne, 1992

MÜLLER, Wolfgang: Große Reden aus drei Jahrtausenden

Grosse Reden aus drei Jahrtausenden
Grosse Reden aus drei Jahrtausenden

Große Reden aus drei Jahrtausenden

Das berühmte Zitat:
„Mitbürger! Freunde! Römer! hört mich an:“ (S.80*)
Dieser Aufruf stammt aus der Rede Marc Antons, wie William Shakespeare sie ihm in „Julius Cäsar“ in den Mund legt. Marcus Antonius hält sie an der Leiche Cäsars und wiegelt durch die Kraft seiner Worte das Volk gegen Cäsars Mörder auf. Zum geflügelten Wort aus dieser Rede wurde auch der Satz „Und Brutus ist ein ehrenwerter Mann.“ (S.81*)

Das Aha-Erlebnis:
Neben dem bekannten griechischen Philosophen Sokrates, der den Platon lehrte und durch den Schierlingsbecher sein Ende fand, gab es auch einen Mann ganz ähnlichen Namens; ebenfalls Athener. Er hieß Isokrates, war ca. 30 Jahre jünger als Sokrates und gehört zu den 10 Attischen Rednern.

Die interessante Rede:
Am 04. September 1842 spricht Friedrich Wilhelm IV., König von Preußen, anläßlich der Grundsteinlegung für den Weiterbau des Kölner Doms. Obwohl selbst Protestant, lobt er das Bauprojekt mit größtem Pathos, durchdrungen von einer ordentlichen Portion Patriotismus. Er schließt mit den Worten: „Rufen Sie mit mir – und unter diesem Ruf will ich die Hammerschläge auf den Grundstein tun -, rufen Sie mit mir das tausendjährige Lob der Stadt: Alaf Köln!“ (S.233*) Ob darauf ein Tusch folgte, ist nicht überliefert.

Wer ist dabei?
Das vorliegende Buch versammelt jeweils eine oder mehrere Reden folgender Persönlichkeiten.

  • Sokrates
  • Thukydides
  • Isokrates
  • Demosthenes
  • Tiberius Gracchus
  • Gaius Julius Cäsar
  • Marcus Tullius Cicero
  • Marcus Antonius
  • Jesus
  • Apostel Paulus
  • Savonarola
  • Martin Luther
  • Georg von Freundsberg
  • Oliver Cromwell
  • Maria Theresia
  • Friedrich der Große
  • George Washington
  • Maximilian Robespierre
  • George Jaques Danton
  • Napoleon I.
  • Andreas Hofer
  • Johann Wolfgang von Goethe
  • Friedrich von Schiller
  • Johann Gottlieb Fichte
  • Friedrich Christoph Dahlmann
  • Adam Müller
  • Franz Grillparzer
  • Friedrich Wilhelm Schelling
  • Friedrich Wilhelm IV.
  • Richard Wagner
  • Friedrich List
  • Robert Blum
  • Ludwig Uhland
  • Ferdinand Lassalle
  • Jacob Burckhardt
  • Friedrich Theodor Vischer
  • Ernst Curtius
  • Werner von Siemens
  • Hermann von Helmholtz
  • Benjamin Disraeli
  • Otto von Bismarck
  • Peter Gast
  • Papst Pius XII.

Übrigens:
Von den 43 vorgestellten Rednern heißen sieben Friedrich mit Vornamen. Das sind rund 16%. Offenbar war dieser Name im 18. Jahrhundert sehr beliebt, denn in diesem Zeitabschnitt wurden die rhetorischen Friederichs geboren.

Hast Du einen Lieblingsredner?
Schreibe es einfach unten in die Kommentare.

 


* MÜLLER, Wolfgang: Große Reden aus drei Jahrtausenden. Zusammengestellt von Wolfgang Müller, versehen mit einer Einführung von Professor Heinrich Lützeler, (o.Aufl.), Hamburg, Bielefeld, Stuttgart: Freunde der Weltliteratur Lesergemeinschaft, o.J.

PAHLOW, Mannfried: Meine Heilpflanzen Hausapotheke. Die besten Heilpflanzen richtig zubereiten und gezielt anwenden

Meine Heilpflanzen Hausapotheke
Meine Heilpflanzen Hausapotheke. Die besten Heilpflanzen richtig zubereiten und gezielt anwenden*

Wer in das Thema Heilpflanzen einsteigen möchte, findet in Pahlows Meine Heilpflanzen Hausapotheke einen schnellen, übersichtlichen und verständlichen Ratgeber für verschiedene Anwendungen von einheimischen und ausländischen Heilpflanzen.

Der Autor:
Der Autor Mannfried Pahlow (1926 – 2000) war Apotheker, offenbar passionierter Pflanzenkundler und laut Verlag „… Deutschlands führender Heilpflanzen-Experte.“ (S.1*). Er hat zu diesem und ähnlichen Themen zahlreiche Bücher und Fachpublikationen verfasst.

In Pommern geboren, studierte er in Braunschweig Pharmazie und war über Jahrzehnte als Stadt- und Landapotheker tätig. Bis 1991 war er Inhaber einer öffentlichen Apotheke in Bogen an der Donau. „1963 wurde ihm von der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft die Sertürner-Medaille verliehen.“ (S.1*)

Grundlagen und Heilpflanzen Hausapotheke
Meine Heilpflanzen Hausapotheke
stellt zunächst die Grundlagen der Heilpflanzenkunde vor, z.B. wie ein Heiltee richtig zubereitet wird, wie die Heilpflanzen innerlich und äußerlich richtig angewendet werden, und wie man Teedrogen gut aufbewahrt.

Dann werden 12 verschiedene Heilpflanzen vorgestellt, die zusammen eine kleine Heilpflanzen-Hausapotheke bilden. Auf einer übersichtlichen Doppelseite wird von Bärentraube bis Weißdorn angegeben, welche Pflanze wie hilft, wie sie zubreitet wird und wie die richtige Dosierung angewendet wird.

„Die besten einheimischen Heilpflanzen“
Den Hauptteil von Pahlows Heilplanzenapotheke bildet das Kapitel „Die besten einheimischen Heilpflanzen“ (S.12*). Es beschreibt 40 einheimische Heilpflanzen vom Ackerschachtelhalm bis zur Wollblume (Königskerze). Das Darstellungsschema ist übersichtlich und sieht so aus:

  • Name der Pflanze (weitere Bezeichnungen deutsch und lateinisch)
  • Hilft bei: …
  • Pflanzensteckbrief
  • Tips für Sammler
  • Inhaltsstoffe und ihre Wirkung
  • Zubereitungsart(en)
  • Im Handel erhältlich: …

Es folgt das Kapitel „Wichtige ausländische Heilpflanzen“, das 20 Pflanzen in verkürztem Schema darstellt, das letzte Kapitel über Pflanzeninhaltsstoffe und ihre Wirkung informiert.

Jeder zweite bis dritte Eintrag wird von einer detaillierten Schwarzweißzeichnung illustriert

Das Buch enthält noch ein Beschwerden- und Sachregister und zuletzt eine Seite mit Literaturempfehlungen zum Weiterlesen. (Zu allerletzt kommt Werbung für andere Bücher des Verlags zum Thema.)

Welche Erfahrung hast Du schon mit Heilpflanzen gemacht?
Schreibe es doch einfach unten in die Kommentare.

 


* PAHLOW, Mannfried: Meine Heilpflanzen Hausapotheke. Die besten Heilpflanzen richtig zubereiten und gezielt anwenden, (1.Aufl.), München: Gräfe und Unzer, 1984

 

STANEK, Bruno / PESEK, Ludek: Bildatlas des Sonnensystems. Ferne Welten nah gesehen

Bildatlas des Sonnensystems
Bildatlas des Sonnensystems* (vermutlich besaß das Buch einen Schutzumschlag, der jedoch fehlt.)

Was steht drin?
Streng genommen müßte der Titel dieses Buches lauten: Das Sonnensystem unter besonderer Betrachtung des Planeten Mars.
Denn der Bildatlas des Sonnensystems ist zweigeteilt.

Teil 1
Im ersten Teil „Darstellung des in Raum und Zeit Unzugänglichen“ (S.7*),  leiten die Autoren ins Thema ein, bevor sie unser Sonnensystem Planet für Planet, einschließlich des Mondes, der Planetoiden und Kometen, beschreiben. Dies geschieht sehr gründlich mit vielen hilfreichen Abbildungen.

Teil 2
Der zweite Teil „Das Beispiel Mars – von der Hypothese zur Wirklichkeit“ (S.95*) widmet sich ganz unserem roten Nachbarn. Er ist etwas umfangreicher als der erste Teil. Die bis 1974 erfolgten Mariner-Marsmissionen der NASA werden ebenso genau beschrieben, wie die russischen Versuche bis 1973. Darüber gibt es einen kleinen Ausblick auf die 1976 geplanten NASA-Missionen Viking 1 und Viking 2, die später tatsächlich erfolgreich abgeschlossen wurden.

Viel Information:
Bruno Stanek und Ludek Pesek beleuchten den Mars in all seinen Facetten. Die Themen lauten u.a.:

  • Entstehungsgeschichte.
  • Vulkanismus.
  • Gravitationsfeld.
  • die Tages- und Jahreszeiten des Mars.
  • Atmosphäre.
  • die Marsmonde Deimos und Phobos.
  • Meteorologie des Mars.
  • Klima und Staubstürme.
  • Wolken, Schnee und Eis auf dem Mars.
  • Flußbette.
  • Polkappen.
  • die topographischen Eigenarten des Mars.
  • Mutmaßliche chemische Zusammensetzung der Marsoberfläche.

Im Anhang findet sich eine Erklärung der Fachausdrücke und ein Sachregister.

Was fehlt?
Das berühmte Marsgesicht ist im Buch nicht abgebildet. Es wurde erst nach Drucklegung des Buches von der Marssonde Viking 1 im Jahr 1976 fotografiert.

Was macht dieses Buch so lesenswert?
Der Bildatlas des Sonnensystems besticht durch seine detaillierten Beschreibungen und seine zahlreichen, teilweise farbigen, Abbildungen. Sämtliche Fotos sind durchgängig schwarz/weiß. Das betrifft nicht nur die Aufnahmen der einzelnen Himmelkörper, sondern auch die Portraits der Astronauten.

Ergänzende Rekonstruktionen
Ein großer Teil der Abbildungen sind sogenannte „ergänzende Rekonstruktionen“, d.h. Grafiken, die nicht vorhandene Bildaufnahmen ferner Planeten oder anderer Dinge hilfsweise ersetzen sollen.

Die Autoren gehen auf das Wesen ergänzender Rekonstruktionen ein. Sie erklären:

„Die Darstellung soll in jedem Detail dem letzten Stand der Wissenschaft entsprechen. Erwiesene Fakten und logische Hypothesen müssen sich zu einem widerspruchslosen Ganzen zusammenfügen.“*

Die Frage, inwieweit das hier gelungen ist, würde einen Vergleich der ergänzenden Rekonstruktionen von vor mehr als vierzig Jahren mit dem heute zur Verfügung stehenden Bildmaterial bestimmt interessant machen.

Fest steht jedoch schon jetzt, dass die Grafiken von großen Könnern ihres Fachs mit viel Liebe zum Detail angefertigt worden sind. Sie wirken sehr plastisch und erstrecken sich vielfach über Doppelseiten des Atlas‘.

Antiquarisch erhältlich
Das Buch ist vergriffen, doch Du kannst es hier, teils mit anderslautender Verlagsangabe, gebraucht kaufen: Bildatlas des Sonnensystems

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* STANEK, Bruno / PESEK, Ludek: Bildatlas des Sonnensystems. Ferne Welten nah gesehen, (o.Aufl.), Bern und Stuttgart: Hallwag, 1974

 

PETERS Arno / PETERS Anneliese: Synchronoptische Weltgeschichte

Peters Synchronoptische Weltgeschichte
Abb. 1: Peters‘ Synchronoptische Weltgeschichte*

Peters‘ Synchronoptische Weltgeschichte ist eine Geschichtsübersicht, die ich mir schon als Schüler gewünscht hätte. Sie lädt so freundlich zum Schmökern ein, dass selbst Menschen, die sich nicht besonders für Geschichte interessieren, ihre Freude daran haben können.

Unzählige Aha-Erlebnisse sind garantiert. Denn durch sein außergewöhnliches Format mit ausklappbaren Doppelseiten, auf denen jeweils zweihundert Jahre Weltgeschichte zu sehen sind, gibt er eine sehr weite Übersicht über geschichtliche Zeiträume. Der Hauptteil umfaßt den Zeitraum von 1000 v. Chr. bis 1952 n. Chr.

Wenn Du mehr wissen möchtest, lies diese sehr gelungene Beschreibung des Buches.

Hier findest Du noch ein paar Ansichten des Peters‘:

Peters Synchronoptische Weltgeschichte in der Totalen, einige Seiten ausgeklappt
Abb. 2: Peters‘ Synchronoptische Weltgeschichte in der Totalen, einige Seiten ausgeklappt (o.S.*)

Die Abbildungen 2 bis 5 zeigen, wie Personen, Ereignisse und Entwicklungen in folgende Kategorien eingeordnet werden:

  • Jahreszahl
  • Kriege, Revolutionen
  • Politik, Gesellschaftsordnung
  • Weltgeschichtliche Persönlichkeiten
  • Kultur, Kunst, Dichtung, Recht, Philosophie, Religion, Musik, Städtebau
  • Wirtschaft, Technik, Naturwissenschaft, Gemeinschaftsleben
  • Kulturepoche
Peters Synchronoptische Weltgeschichte aus der Nähe
Abb. 3: Peters‘ Synchronoptische Weltgeschichte aus der Nähe (o.S.*)

Die farblichen Abhebungen strukturieren das Textbild und erleichtern das Auffinden von Stichwörtern aus dem Namen- und Sachverzeichnis.

Sie sind folgendermaßen geordnet:

  • Wirtschaft etc. (grün)
  • Geistesleben etc. (blau)
  • Religion (violett)
  • Politik etc. (rosa)
  • Kriege (beige)
  • Revolutionen etc. (blasslila)
Peters Synchronoptische Weltgeschichte Detailansicht
Abb. 4: Peters‘ Synchronoptische Weltgeschichte Detailansicht (o.S.*)

Nur mal so zum Beispiel:
Du hast Dich schon immer gefragt, was wohl Thales von Milet, den griechischen Philososphen mit dem Kreis („sag‘ deinen Satz, Thales!“), und Nebukadnezar II., einen neubabylonischen König, miteinander verbinden könnte?

Ein Blick auf die richtige Stelle im Zeitband des Peters und Du siehst sofort: die beiden waren Zeitgenossen. Vor ungefähr 2600 Jahren.

Du schaust ein wenig weiter und stellst fest, dass in etwa um dieselbe Zeit um 630 v. Chr. Einwanderer aus der Bretagne nach England gelangt sind und die dortigen Ureinwohner verdrängt haben. Wie bitte, die Briten sind in Wahrheit Franzosen?

Dann fällt Dir noch auf, dass Thales zusammen mit Nebukadnezar II. die Hängenden Gärten der Semiramis hätte besuchen können, denn auch dieses Weltwunder fällt in den gleichen Zeitraum. Und überhaupt: Was machen eigentlich Sappho und Hesekiel gerade so?

 

Peters Synchronoptische Weltgeschichte Detailansicht quer
Abb. 5: Peters‘ Synchronoptische Weltgeschichte Detailansicht quer (o.S.*)

Dem Hauptteil mit dem Zeitband sind auf einer Doppelseite die „WICHTIGSTEN EREIGNISSE DER VORZEIT“ vorangestellt. Sie reichen von vor vier Milliarden Jahren (Entstehung der Erde) bis 1200 v. Chr. (Beginn der Eisenzeit). Sie sind „(…) IN GROSSEN ZÜGEN NACH DEM NEUESTEN STANDE DER NOCH SEHR LÜCKENHAFTEN FORSCHUNG AUFGEZEICHNET“ (o.S.*)

Hinten im Buch befindet sich noch, auf achtundzwanzig separat und gegenläufig eingebunden Seiten, ein ausführliches Namen- und Sachverzeichnis von Aachen bis Zypern. (o.S.*)

Hintergrundinfo:
Peters‘ Synchronoptische Weltgeschichte ist nicht ohne Kritik geblieben. Mehr dazu findest Du in der Wikipedia oder besser gleich im zugrundeliegenden Spiegel-Artikel.

Die Besonderheit des vorliegenden Exemplars:
Es trägt die Nummer 018849 *

Schade:
Peters‘ Synchronoptische Weltgeschichte ist vergriffen und nur noch antiquarisch erhältlich.

Doch zum Glück:
Die Büro W GmbH hat „den Peters“ ins digitale Zeitalter gerettet. Er steht nun als Der digitale Peters für den Betrieb auf PC oder Mac zur Verfügung. Dabei haben sich Hans Rudolf Behrendt, Dr. Thomas Burch und Dr. Martin Weinmann keineswegs darauf beschränkt, den Atlas lediglich zu digitalisieren. Sie haben ihn vielmehr auf eine ganz neue Ebene gehoben, indem sie ihm zahlreiche Funktionen beiprogrammiert haben. Der digitale Peters verfügt unter anderem über:

  • die Zeitkarte (im analogen Peters das Zeitband).
  • die Zeitscheibe, die ein Ereignis in den Mittelpunkt rücken läßt, wobei die damit verknüpften Daten wie auf Planetenbahnen automatisch darum angeordnet werden.
  • die Kartenauszüge zur Übersicht von Personen und Ereignissen.
  • ein stattliches Sahnehäubchen auf dem Kuchen in Form von 34.000 digitalisierten Originalkarteikarten, welche seinerzeit die Grundlage für die Synchronoptische Weltgeschichte gebildet haben.

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* PETERS Arno / PETERS Anneliese: Synchronoptische Weltgeschichte, (1. Aufl.), Frankfurt am Main: Universum, 1952

 

MAUTHE, Jörg / FLORA, Paul: Wien für Anfänger

Wien für Anfänger
Wien für Anfänger

Worum es geht:
Wien für Anfänger führt den Leser in zehn Lektionen durch Wien und seine kulturellen Besonderheiten. Die Beschreibungen werden durch praktische Übungen und zahlreiche Vokabeln des Wienerischen ergänzt. Karikaturen, gezeichnet von Co-Autor Paul Flora, lockern das Erscheinungsbild auf.

Interessant:
Eine Mehlspeise in Wien kann ohne das geringste bißchen Mehl auskommen, denn Mehlspeise bedeutet dort allgemein eine Süßspeise. (S. 35*)

Fundstück I:
Im Buch fand ich einen Zeitungsausschnitt der WELT vom 30.08.1978. In der Rubrik „Hätten Sie’s gewußt?“ steht dort, dass die ersten Kaffeehäuser nicht in Wien, sondern 1555 in Konstantinopel, 1652 in London und 1679 in Hamburg eröffnet wurden.

Wichtig zu wissen:
Wer in Wien einen „Pfiff“ bestellt, bekommt einen Achtelliter Bier. (S. 35 *)

Fundstück II:
Ein weiterer Zeitungsausschnitt im Buch, vom 06.05.1976, Zeitung unbekannt, berichtet über die Sonderschau aller österreichischen Orden, gezeigt im Heeresgeschichtlichen Museum in Wien. Sie finde großes Publikumsinteresse.

Viel spannender ist aber die Rückseite des Zeitungsschnipsels. Hier wird vermeldet, …

  • …, dass ein Münchener Millionendieb auf Mallorca verhaftet wurde.
  • …, dass der deutsche TÜV eine Zunahme der Mängel an Autos von 1,3 % festgestellt hat, wobei die Zahl der als unsicher eingestuften Fahrzeuge um 25 % zurückging.
  • …, dass die Krimiautorin Agatha Christie ein Vermögen von DM 500.000.- (nach Steuerabzug) hinterlassen hat.
  • …, dass 3500 Teilnehmer des Berliner Sängerfestes aus Mangel an Hotelzimmern in zwei Atombunkern untergebracht werden sollen.

Wien-Lexikon:
Die Autoren empfehlen Wien von A bis Z von Hermann Hakel. „Es enthält alles, was über eine Traumstadt an Faktischem ausgesagt werden kann.“ (S. 79 *)

Oh, du lieber Augustin…
Einer Wiener Legende zufolge entstand das Kinderlied „Oh, du lieber Augustin, alles ist hin…“ während der Wiener Pestepedemie von 1679. Der Liebe Augustin war ein Heurigensänger, der seinen Rausch versehentlich in einer Pestgrube ausgeschlafen hatte. In Pestgruben wurden die Leichen der Pestopfer erst gesammelt, um sie später mit Erde zu bedecken. Als er am nächsten Morgen merkte, wo er da übernachtet hatte, soll er „Oh, du lieber Augustin, alles ist hin…“ gesungen und so dieses Lied in die Welt gebracht haben. Doch obwohl Augustin die Nacht zwischen zahlreichen Pesttoten verbracht hatte, blieb er heil, gesund und ohne Ansteckung. (S. 58 *)

Was schön ist:
Das vorgestellte Buch ist in der gezeigten Form zwar nur noch antiquarisch erhältlich, doch es gibt eine Neuauflage. Der Titel lautet nun Wien für Anfänger. Vorläufige Bruchstücke zum Entwurf einer Skizze über Land und Leute. Es ist 2016 als Haymon Taschenbuch erschienen. Titel und Umschlag haben sich verändert, doch im Inneren gibt es noch immer zehn Lektionen, Übungen und die Karikaturen der Originalausgabe. Ob und wieweit das Zahlenwerk überarbeitet wurde, weiß ich nicht.

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* MAUTHE, Jörg / FLORA, Paul: Wien für Anfänger. Ein Lehrgang in 10 Lektionen. Mit vielen Zeichnungen von Paul Flora. (Diogenes Tabus), (4. Aufl.), Zürich: Diogenes, 1959

 

HOFMANN, Werner / RINDAUER, Gerhart: Kunst von 1900 bis heute

Kunst von 1900 bis heute
Kunst von 1900 bis heute

Kunst von 1900 bis heute
Katalog der Eröffnungsausstellung 21. September – 4. November 1962
329 Abbildungen, teils farbig
Künstlerverzeichnis von Adrian bis Wychaert

Interessant:
Mit der Ausstellung Kunst von 1900 bis heute eröffnete das Museum des 20. Jahrhunderts 1962 in Wien. Das Museum wurde im ehemaligen österreichischen Pavillon der Brüsseler Weltausstellung von 1958 eingerichtet. Dazu hatte man den Pavillon zerlegt, ihn von Brüssel nach Wien transportiert und dort wieder zusammengesetzt.

Eines meiner Lieblingsausstellungsstücke:

Max Ernst
„Êtes-vous Niniche?“
(1955/56)
Abbildung 179 *

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* Katalog Ausstellung Kunst von 1900 bis heute
HOFMANN, Werner / RINDAUER, Gerhart (Katalogredaktion),
Museum des 20. Jahrhunderts, Wien, 1962