BÖRSCH-SUPAN, Helmut: Caspar David Friedrich

Caspar David Friedrich
Caspar David Friedrich

Caspar David Friedrich (1774 – 1840)

Maler, Graphiker und Zeichner; Vertreter der Frühromantik

Helmut Börsch-Supan: Caspar David Friedrich. 180 Seiten mit 56 Farbtafeln und 63 einfarbigen Abbildungen
neu (Englisch?) oder gebraucht (ältere Ausgabe)

Inhalt

  • Caspar David Friedrich: Landschaft als Sprache (S.7*)
  • Daten aus dem Leben (S.61*)
  • Notizen zu Personen (S.63*)
  • Farbtafeln 1 – 56 (S.65*)
  • Literaturhinweis, Photonachweis (S.180*)

Caspar David Friedrichs Arbeiten wurden zu Lebzeiten sowohl gelobt als auch kritisiert. Die Kritik war teilweise heftig und wurde auch von einflußreichen Persönlichkeiten seiner Zeit geäußert, z.B. von F.W.B. v. Ramdohr und J.W. v. Goethe.

Nach seinem Tod wurde Friedrich zunächst schnell vergessen, ein halbes Jahrhundert später jedoch als Künstler wiederentdeckt.

Friedrich, dessen Bilder vielfach melancholische Allegorien der christlichen Ideenwelt (z.B. Einsamkeit, Tod, Jenseits, Erlösung) darstellten, hätte diese seine künstlerische Wiederauferstehung bestimmt gefallen.

Heute gilt Caspar David Friedrich als bedeutender Künstler der Frühromantik, der mit den herrschenden Gepflogenheiten der Landschaftsmalerei brach und dadurch zu einem Wegbereiter der Modernen Kunst wurde.

Helmut Börsch-Supans Kunstbuch Caspar David Friedrich beleuchtet Caspar David Friedrichs Leben und Werk in Text und Bild. Die Schilderungen sind sehr genau und immer wieder wird das Auge von den Zeichnungen, Graphiken und Bildern Friedrichs angezogen.

Die 56 Bildtafeln zeigen hauptsächlich Friedrichs Ölbilder und werden von Helmut Börsch-Supans Bildinterpretationen begleitet.

Dabei kommen beispielsweise folgende Bedeutungspaare vor:

  • Absterbender / abgestorbener Baum, Baumstumpf = Tod
  • Brücke = Übergang ins Jenseits
  • Ufer = Diesseits
  • Rot = Liebe
  • Ankerstein = Hoffnung auf ewiges Leben
  • Lilie = Unschuld
  • Rose = Liebe
  • Pappel = Tod

 

Fundstück
Im Buch fand sich eine herausgetrennte Seite Geisteswissenschaften der FAZ vom Mittwoch, 27. Juni 2007.
Darauf ein Artikel von Bettina Erche: Symbole des nicht Fassbaren, Blick auf die Forschungsgeschichte: Caspar David Friedrichs Landschaften.

In dem Artikel wird auch der Autor dieses Buches, Helmut Börsch-Supan, erwähnt, der eine Diskussion über Caspar David Friedrich und sein Werk, besonders hinsichtlich dessen religiöser Ausrichtung, eröffnet habe.

Dazu paßt auch: das kontroverse Bild:

Caspar David Friedrich: Das Kreuz im Gebirge (Tetschener Altar)
Caspar David Friedrich: Das Kreuz im Gebirge (Tetschener Altar), 1808

Das Kreuz im Gebirge (Tetschener Altar) (Nr.6*)
Über dieses Bild (hier mit Kühns Rahmen) entbrannte um Weihnachten 1808 der sogenannte Ramdohr-Streit. Ein Kammerherr Friedrich Wilhelm Basilius von Ramdohr hatte Caspar David Friedrichs Bild anläßlich seiner Ausstellung in Friedrichs Wohnung persönlich und später in einem Zeitungsartikel auch öffentlich scharf angegriffen.

Caspar David Friedrich habe die Landschaft mißbraucht, sie bewußt wirkungsheischend zur Unterstützung religiöser Ideen angelegt, unerträgllich konstuiert und wirklichkeitsfremd. Er verstoße auch gegen die Regeln der Bildkomposititon und der Perspektive. „Die Abkehr von der Natur, dem Zeugnis göttlicher Schöpfung …“** warf er Friedrich vor.

Also ehrlich. Wenn ich mir Caspar David Friedrichs Bilder so anschaue, kommt es mir genau anders herum vor. Wie sollte jemand, der sich von der Natur abgekehrt hätte, solche Werke hervorbringen?

Friedrich ist sehr viel gereist, war regelmäßig in der Natur unterwegs und hat in und mit der Natur gelebt und gearbeitet. Er hat sie bis ins Kleinste betrachtet und sie detailliert abgebildet. In der Regel aus eigener Anschauung. Das ist doch keine Abkehr, das ist vielmehr leidenschaftliche Hinwendung.

Deshalb:

  • Religiöse Bildsprache hin oder her…
  • Freimaurerbild? Und wenn schon.
  • Verstöße gegen die Gesetze der Perspektive. Verziehen.
  • Komponieren von Einzelbeobachtungen in verschiedenen Landschaften zu einem einzigen Landschaftsbild? Hat Caspar David Friedrich damit am Ende noch den Remix erfunden?

Seine Zeichnungen, Graphiken und Bilder sprechen jedenfalls für sich.

Apropos Freimaurer-Bild:
Ist Das Kreuz im Gebirge als Freimaurerisches Programmbild anzusehen?

Mein Lieblingsbild
Eichbaum  im Schnee (Nr.45*)

Friedrich: Eichbaum im Schnee 1829
Caspar David Friedrich: Eichbaum im Schnee, 1829

Ganz schön rumgekommen: Caspar David Friedrichs Orte
Caspar David Friedrich war nachweislich in:

  • Greifswald
  • Kopenhagen
  • Berlin
  • Dresden
  • Neubrandenburg
  • Rügen
  • Loschwitz
  • Nordböhmen
  • Riesengebirge
  • Harz
  • Ballenstedt
  • Jena
  • Elbsandsteingebirge
  • Plauenscher Grund
  • Wolgast
  • Stralsund
  • Meißen
  • Teplitz

 

Welches Bild von Caspar David Friedrich gefällt Dir am besten? Zeichnest Du vielleicht selbst?
Schreibe es doch einfach unten in die Kommentare. Vielen Dank.


* BÖRSCH-SUPAN, Helmut: Caspar David Friedrich, (2.Aufl.), München: Prestel, 1975

** ERCHE, Bettina: Symbole des nicht Fassbaren. Blick auf die Forschungsgeschichte: Caspar David Friedrichs Landschaften, in: F.A.Z. vom 27.06.2007, Nr. 146 / Seite N 3