ROBERTSON, E. Graeme / ROBERTSON, Joan: Verzierungen in Gusseisen

 

Verzierungen in Gusseisen
Verzierungen in Gusseisen. Die vergessene Kunst

Verzierungen in Gusseisen

Die vergessene Kunst

E. Graeme Robertson und Joan Robertson, 1977

335 Seiten mit 500 Photos und Illustrationen

Hauptinhalt*

  • Vorwort 7
  • 1 Einführung 11
  • 2 Die Britischen Inseln 16
  • 3 Kontinentaleuropa 31
  • 4 Die Vereinigten Staaten von Amerika 36
  • 5 Australien und Neuseeland 49
  • 6 Weltreiche und ihr Einfluß 76
  • Bildteil 80
  • Erklärung der Fachbegriffe 321
  • Bibliographie 323
  • Personen- und Sachregister 331

Die Autoren:
Der australische Arzt Dr. med. E. Graeme Robertson (1903 – 1975) veröffentlichte neun Bücher über Kunstgussverzierungen, Architektur und Möbel in seiner Heimat Melbourne sowie in Sidney, Adelaide und Tasmanien.

Der passionierte Sammler von Eisenarbeiten engagierte sich in verschiedenen Institutionen federführend für das Thema Kunstguss- und Schmiedeeisen.

Joan Robertson ist seine Tochter.

Verzierungen in Gusseisen ist nur noch antiquarisch erhältlich, z.B. hier ab EUR 1,45 zzgl. Versand

Eisenhart, doch wunderschön

Das Buch wirkt. Die Schönheit der Eisenwerke ist einfach atemberaubend. Bevor mir dieses Buch in die Hände fiel, hatte ich mich nie mit Kunstguss oder dergleichen beschäftigt. Jetzt bin ich schwer beeindruckt, was dieses Kunsthandwerk alles geschaffen hat.

Das Buch ist randvoll Fotos, Zeichnungen und Graphiken von Pavillons, Balkonen, Toren, Brüstungen, Geländern, ganzen Gebäuden. Insgesamt 500 Fotos und Illustrationen zeigen zahlreiche Eisenarbeiten auf der ganzen Welt.
Sieh hier einige Symbolfotos von Gusseisen in Melbourne

Der Schwerpunkt dieses Buches liegt auf Australien und Neuseeland. Robertson begründet das so:
(S.49*)

  • Australiens Städte wurden während der Blütezeit des Gusseisens erbaut
  • Das australische Klima förderte den Werkstoff, für z.B. Gusseisenveranden und -Balkone.
  • „In Melbourne wurde mehr Gusseisen zu Bauzwecken als irgendwo sonst auf der Welt verwendet.“

Die Bücher von E. Graeme Robertson

  • Victorian Heritage (1960)
  • Sydney Lace (1962)
  • Early Houses of Northern Tasmania (mit Edith Craig, 1964)
  • Ornamental Cast Iron in Melbourne (1967)
  • Early Buildings of Southern Tasmania (1970)
  • Adelaide Lace (1973)
  • Carlton (1974)
  • Parkville (1975) mit Joan Robertson
  • Cast Iron Decoration: A World Survey (1977) mit Joan Robertson

In welchen Institutionen war Robertson tätig?

  • National Gallery Society von Victoria (Präsident)
  • National Trust of Australia (Ehren- und Ratsmitglied)
  • „Polly Woodside“-Restaurationsausschuß (Vorsitz)
  • Ausschuß für Kunstgussmuseum in Melbourne (Präsident)

Mehr über E. Graeme Robertson:

  • Eine Herzensangelegenheit war für Dr. Robertson die Restaurierung der Polly Woodside die er als Vorsitzender des Restaurationsausschusses bis zu seinem Tod vorantrieb.Die Polly Woodside ist eine dreimastige Bark mit Eisenhülle. 1885 in Belfast gebaut, legte sie u.a. als Kohle- und Weizenfrachter zwischen England und Südamerika 1,5 Millionen Seemeilen (ca. 2,8 Millionen Kilometer) zurück und umrundete 17mal die Erde. Heute liegt die Polly Woodside als Museumsschiff in Melbourne.
  • Das „E“ in E. Graeme Robertson steht für Edward
  • Als Neurologe verfaßte E. Graeme Robertson drei Monographien und rund 60 Fachartikel
  • Biographie von Dr. med E. Graeme Robertson (Englisch)

Wie gefällt Dir das Thema Gusseisen?
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* ROBERTSON, E. Graeme / ROBERTSON, Joan: Verzierungen in Gusseisen. Die vergessene Kunst, (o.Aufl.), Bern: Benteli, 1977
(Im Original erschienen als: Cast Iron Decoration. A World Survey, London: Thames and Hudson, 1977)

 

BÖRSCH-SUPAN, Helmut: Caspar David Friedrich

Caspar David Friedrich
Caspar David Friedrich

Caspar David Friedrich (1774 – 1840)

Maler, Graphiker und Zeichner; Vertreter der Frühromantik

Helmut Börsch-Supan: Caspar David Friedrich. 180 Seiten mit 56 Farbtafeln und 63 einfarbigen Abbildungen
neu (Englisch?) oder gebraucht (ältere Ausgabe)

Inhalt

  • Caspar David Friedrich: Landschaft als Sprache (S.7*)
  • Daten aus dem Leben (S.61*)
  • Notizen zu Personen (S.63*)
  • Farbtafeln 1 – 56 (S.65*)
  • Literaturhinweis, Photonachweis (S.180*)

Caspar David Friedrichs Arbeiten wurden zu Lebzeiten sowohl gelobt als auch kritisiert. Die Kritik war teilweise heftig und wurde auch von einflußreichen Persönlichkeiten seiner Zeit geäußert, z.B. von F.W.B. v. Ramdohr und J.W. v. Goethe.

Nach seinem Tod wurde Friedrich zunächst schnell vergessen, ein halbes Jahrhundert später jedoch als Künstler wiederentdeckt.

Friedrich, dessen Bilder vielfach melancholische Allegorien der christlichen Ideenwelt (z.B. Einsamkeit, Tod, Jenseits, Erlösung) darstellten, hätte diese seine künstlerische Wiederauferstehung bestimmt gefallen.

Heute gilt Caspar David Friedrich als bedeutender Künstler der Frühromantik, der mit den herrschenden Gepflogenheiten der Landschaftsmalerei brach und dadurch zu einem Wegbereiter der Modernen Kunst wurde.

Helmut Börsch-Supans Kunstbuch Caspar David Friedrich beleuchtet Caspar David Friedrichs Leben und Werk in Text und Bild. Die Schilderungen sind sehr genau und immer wieder wird das Auge von den Zeichnungen, Graphiken und Bildern Friedrichs angezogen.

Die 56 Bildtafeln zeigen hauptsächlich Friedrichs Ölbilder und werden von Helmut Börsch-Supans Bildinterpretationen begleitet.

Dabei kommen beispielsweise folgende Bedeutungspaare vor:

  • Absterbender / abgestorbener Baum, Baumstumpf = Tod
  • Brücke = Übergang ins Jenseits
  • Ufer = Diesseits
  • Rot = Liebe
  • Ankerstein = Hoffnung auf ewiges Leben
  • Lilie = Unschuld
  • Rose = Liebe
  • Pappel = Tod

 

Fundstück
Im Buch fand sich eine herausgetrennte Seite Geisteswissenschaften der FAZ vom Mittwoch, 27. Juni 2007.
Darauf ein Artikel von Bettina Erche: Symbole des nicht Fassbaren, Blick auf die Forschungsgeschichte: Caspar David Friedrichs Landschaften.

In dem Artikel wird auch der Autor dieses Buches, Helmut Börsch-Supan, erwähnt, der eine Diskussion über Caspar David Friedrich und sein Werk, besonders hinsichtlich dessen religiöser Ausrichtung, eröffnet habe.

Dazu paßt auch: das kontroverse Bild:

Caspar David Friedrich: Das Kreuz im Gebirge (Tetschener Altar)
Caspar David Friedrich: Das Kreuz im Gebirge (Tetschener Altar), 1808

Das Kreuz im Gebirge (Tetschener Altar) (Nr.6*)
Über dieses Bild (hier mit Kühns Rahmen) entbrannte um Weihnachten 1808 der sogenannte Ramdohr-Streit. Ein Kammerherr Friedrich Wilhelm Basilius von Ramdohr hatte Caspar David Friedrichs Bild anläßlich seiner Ausstellung in Friedrichs Wohnung persönlich und später in einem Zeitungsartikel auch öffentlich scharf angegriffen.

Caspar David Friedrich habe die Landschaft mißbraucht, sie bewußt wirkungsheischend zur Unterstützung religiöser Ideen angelegt, unerträgllich konstuiert und wirklichkeitsfremd. Er verstoße auch gegen die Regeln der Bildkomposititon und der Perspektive. „Die Abkehr von der Natur, dem Zeugnis göttlicher Schöpfung …“** warf er Friedrich vor.

Also ehrlich. Wenn ich mir Caspar David Friedrichs Bilder so anschaue, kommt es mir genau anders herum vor. Wie sollte jemand, der sich von der Natur abgekehrt hätte, solche Werke hervorbringen?

Friedrich ist sehr viel gereist, war regelmäßig in der Natur unterwegs und hat in und mit der Natur gelebt und gearbeitet. Er hat sie bis ins Kleinste betrachtet und sie detailliert abgebildet. In der Regel aus eigener Anschauung. Das ist doch keine Abkehr, das ist vielmehr leidenschaftliche Hinwendung.

Deshalb:

  • Religiöse Bildsprache hin oder her…
  • Freimaurerbild? Und wenn schon.
  • Verstöße gegen die Gesetze der Perspektive. Verziehen.
  • Komponieren von Einzelbeobachtungen in verschiedenen Landschaften zu einem einzigen Landschaftsbild? Hat Caspar David Friedrich damit am Ende noch den Remix erfunden?

Seine Zeichnungen, Graphiken und Bilder sprechen jedenfalls für sich.

Apropos Freimaurer-Bild:
Ist Das Kreuz im Gebirge als Freimaurerisches Programmbild anzusehen?

Mein Lieblingsbild
Eichbaum  im Schnee (Nr.45*)

Friedrich: Eichbaum im Schnee 1829
Caspar David Friedrich: Eichbaum im Schnee, 1829

Ganz schön rumgekommen: Caspar David Friedrichs Orte
Caspar David Friedrich war nachweislich in:

  • Greifswald
  • Kopenhagen
  • Berlin
  • Dresden
  • Neubrandenburg
  • Rügen
  • Loschwitz
  • Nordböhmen
  • Riesengebirge
  • Harz
  • Ballenstedt
  • Jena
  • Elbsandsteingebirge
  • Plauenscher Grund
  • Wolgast
  • Stralsund
  • Meißen
  • Teplitz

 

Welches Bild von Caspar David Friedrich gefällt Dir am besten? Zeichnest Du vielleicht selbst?
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* BÖRSCH-SUPAN, Helmut: Caspar David Friedrich, (2.Aufl.), München: Prestel, 1975

** ERCHE, Bettina: Symbole des nicht Fassbaren. Blick auf die Forschungsgeschichte: Caspar David Friedrichs Landschaften, in: F.A.Z. vom 27.06.2007, Nr. 146 / Seite N 3

 

 

HOFMANN, Werner / RINDAUER, Gerhart: Kunst von 1900 bis heute

Kunst von 1900 bis heute
Kunst von 1900 bis heute

Kunst von 1900 bis heute
Katalog der Eröffnungsausstellung 21. September – 4. November 1962
329 Abbildungen, teils farbig
Künstlerverzeichnis von Adrian bis Wychaert

Interessant:
Mit der Ausstellung Kunst von 1900 bis heute eröffnete das Museum des 20. Jahrhunderts 1962 in Wien. Das Museum wurde im ehemaligen österreichischen Pavillon der Brüsseler Weltausstellung von 1958 eingerichtet. Dazu hatte man den Pavillon zerlegt, ihn von Brüssel nach Wien transportiert und dort wieder zusammengesetzt.

Eines meiner Lieblingsausstellungsstücke:

Max Ernst
„Êtes-vous Niniche?“
(1955/56)
Abbildung 179 *

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* Katalog Ausstellung Kunst von 1900 bis heute
HOFMANN, Werner / RINDAUER, Gerhart (Katalogredaktion),
Museum des 20. Jahrhunderts, Wien, 1962