GUTMANN, Ludwig / WOREL, Peter: Erfolgreich spekulieren mit wenig Geld

Erfolgreich spekulieren mit wenig Geld
Erfolgreich spekulieren mit wenig Geld

Wette gewonnen oder Einsatz verronnen

Börse und Optionsscheine – ein Buch für Einsteiger


Erfolgreich spekulieren mit wenig Geld. Mit Optionsscheinen und anderen Wertpapieren Geld verdienen*
umfaßt einschließlich Register 224 Seiten.

Das Buch ist mir vor ein paar Tagen erst zufällig in die Hände gefallen. Deswegen hat es mich auch noch nicht reich gemacht. Aber ich schaue es mir gerne einmal an. Geld vedienen ist doch nie verkehrt. Und der Titel ist hübsch, mit verschiedenen Wertpapieren und einem grünen, optimismusversprühenden von-unten-links-nach-oben-rechts-Pfeil darauf.

Und wie sieht es von innen aus?

  • Vorwort (S.5*)
  • Teil I (S.13*) (viel Charttechnik, verschiedenste Indikatoren, Börsenwissen)
  • Teil II (S.139*) (Optionsscheine und DTB-Optionen)
  • Register (S.222*) (von Advance-Decline-Line bis Zinsoptionen)

Also, Charts finde ich jetzt im Moment nicht allzu interessant. Aber ich habe mich schon immer gefragt, was es mit diesen Optionen oder Optionsscheinen auf sich hat. Irgendwo stand mal, dass Optionen und Optionsscheine nicht das gleiche seien.

Hier geht es jedenfalls erstmal um Optionsscheine. Habe aber trotzdem kurz nachgeschaut, was DTB-Optionen sind. DTB steht für Deutsche Terminbörse und da werden diese Optionen (diesmal keine Optionsscheine, oder?) gehandelt.

Optionsscheine

Das Thema Optionsscheine beginnt in Erfolgreich spekulieren mit wenig Geld auf Seite 139 und geht bis Seite 175. Folgendes soll den Leser erwarten:

  • Was sind Optionsscheine
  • Welche Arten gibt es?
  • Wie wird spekuliert?
  • Welche Chancen haben Optionsscheine?
  • Warum ist mit wenig Kapital viel Gewinn möglich?
  • Welche Risiken bergen Optionsscheine?
  • Berwertungskriterien
  • Was kosten Optionsscheine?

Was fällt beim ersten Lesen auf?
Ui, da ist doch mehr zu lesen als ich zunächst dachte. Obwohl auf den Seiten einiges an Platz gelassen wurde (große Grafiken und Kästen, weiße Stellen)   Zum Glück ist der Text mit vielen Kästen versehen, die wohl die wichtigsten Dinge deutlich hervorheben. Was steht denn da zum Beispiel übersetzt? (S.142*)

Optionsscheine und Aktien haben mindestens eine Gemeinsamkeit: Beide sind börsengehandelte Risikopapiere.

Optionsscheine unterscheidet von Aktien, dass sie keine Dividenden ausschütten, jedoch eine feste Laufzeit und einen Zeitwert haben.

Ein Optionsschein ist immer auf einen Basiswert bezogen
Zum Beispiel, eine Aktie, ein Rentenpapier, einen Index, eine Währung etc.)

Optionsscheine gibt es in zwei Varianten:

  • Call-Optionsschein: Man erwartet steigende Kurse (des Optionsobjekts, also der Aktie, des Index etc.)
  • Put-Optionsschein: Man erwartet fallende Kurse (des Optionsobjekts, also der Aktie, des Index etc.)

Wie es scheint, gibt es die verschiedensten Formen von Optionsscheinen:

  • Klassische Optionsscheine
    (auch: normale Optionsscheine) (S.147*)
  • Covered Warrants
    (größtenteils Calls) (S.148*)
  • Naked Warrants
    (Emission ohne Optionsanleihe) (S.149*)
  • Index-Optionsscheine
    (Index als Basiswert) (S.150*)
  • Zins-Optionsscheine
    (Rentenpapier als Optionsobjekt)
  • Währungsoptionsscheine
    (Währung als Optionsobjekt) (beide S.151*)
  • Capped Warrants
    (Kombination aus Call und Put)
  • Money-Back-Optionsscheine
    („… garantieren dem Käufer am Laufzeitende bei Nichtausübung des Optionsrechtes … die Rückzahlung des eingesetzten Betrages.“(beide S.152*)
  • Look-Back-Optionsscheine
    (der Bezugspreis wird erst am Laufzeitende oder Ausübungstag festgelegt)
  • Switch- oder „Wünsch-Dir-was“-Optionsscheine
    (Call mit dem Recht auf den Umtausch in einen Put. Bezugspreis und Laufzeit bleiben gleich) (beide S.153*)
  • Asian-Optionsscheine
    (der Bezugspreis wird anhand von Durschnittskursen des Optionsobjektes über einen bestimmten Zeitraum gebildet)
  • Korb-Optionsscheine (beide S.154*)
    (Covered Warrants mit Aktienkorb als Optionsobjekt)

Bisher (hoffentlich einigermaßen richtig) hängengeblieben:

Ein Optionsschein gibt mir das Recht, ein bestimmtes Optionsobjekt zu einem bestimmten Preis zu kaufen (Call-Option) oder zu verkaufen (Put-Option).

Verändert sich der Kurs des Optionsobjekts, z.B. Aktie, Rentenpapier, Index etc, dann steigt oder fällt auch der Wert des zugehörigen Optionsscheines. Allerdings sorgt ein „Hebel“ dafür, dass diese Ausschläge weitaus heftiger ausfallen als die Kursveränderung des Optionsobjektes selbst.

Je nach Art des Optionsscheines kann ich am Ende der Laufzeit (europäisch) oder beliebig währenddessen (amerikanisch) die zugehörige Option, Kauf (Call) oder Verkauf (Put) des Optionsobjektes, ausüben, bzw. mich ggf. auszahlen lassen. Ein Optionsschein kann allerdings auch komplett wertlos werden.

Bewertungskriterien für Optionsscheine und Fazit

Optionsscheine kennen u.a. folgende Bewertungskriterien:

  • Bezugspreis
  • Aufgeld
  • Hebel
  • Laufzeit
  • „fairer“ Preis
  • Volatilität, d.h. die Schwankung des Optionsobjektes

Fazit
Erfolgreich spekulieren mit wenig Geld macht sehr den Eindruck, solides Grundlagenwissen zur Börse, und hier besonders zu Optionsscheinen, zu vermitteln. Das komplexe Thema Optionsscheine wird sehr straff dargestellt, deshalb ist fast jeder Satz wichtig. Grafiken helfen beim leichteren Verständnis, doch das Buch verlangt dem Leser trotzdem einiges an Denkarbeit ab. Es ist aber auch nicht wirklich zu viel verlangt, sich ausreichend Gedanken zu machen, bevor man sich an Hochrisikopapiere mit möglichem Totalverlust heranwagt.

Persönliches Fazit:
Optionsscheine sind Wetten auf steigende oder fallende Kurse von Wertpapiern o.ä. mit Verfallsdatum. Wer mit seinem Tip richtig liegt kann mit kleinem Einsatz viel Gewinn erzielen. Allerings kann das eingesetzte Kapital am Ende auch einfach futsch sein.

Deshalb sind Optionsscheine zur Zeit nichts für mich. Aber wenn ich mal so reich bin, dass mir ein paar Tausend Euro mehr oder weniger im Portemonnaie gar nicht mehr auffallen, dann probiere ich Optionsscheine vielleicht einmal aus (und werde berichten).

Solange bleibe ich doch lieber bei meinem konservativen ETFSparplan.

Wer zuerst kommt, mahlt zuerst:
Ja, gibt es das wirklich? Soeben sehe ich, dass Erfolgreich spekulieren mit wenig Geld für nur 0,24 EUR (vierundzwanzig Cents) zu haben ist (18.02.2017). Also für diesen Betrag würde ich mein Exemplar aber nicht verkaufen. Bei dieser Gelegenheit lies doch auch gleich einmal diese hilfreiche Rezension.

Erfolgreich spekulieren mit wenig Geld – zwei Nachträge

Was mir noch gut gefallen hat:
Im Kapitel Prognosen – Wie können Sie davon profitieren, zeigen die Autoren, was man oft auf die Börsenvorhersagen von Börsenexperten geben kann: nämlich gar nichts. Eine wichtige Erkenntnis.

Was schade ist:
Auf dem Titel steht leuchtend gelb auf Rot und in Großbuchstaben: „MIT SONDERTEIL CRASH-VORSORGE“. Im Inhaltsverzeichnis taucht dieser Satz nicht mehr auf. Doch falls dieser Sonderteil dem Buch einmal separat beigelegen haben sollte, ist er bei meinem Exemplar leider verlorengeganen.

Hast Du Ahnung von Optionsscheinen?
Schreibe kurz in die Kommentare, wie Optionsschein Dich reich gemacht haben (oder noch reichmachen werden)  😉

 


* GUTMANN, Ludwig / WOREL, Peter: Erfolgreich spekulieren mit wenig Geld. Mit Optionsscheinen und anderen Wertpapieren Geld verdienen, (Heyne Ratgeber), (1. Aufl.), München: Heyne, 1992