STANEK, Bruno / PESEK, Ludek: Bildatlas des Sonnensystems. Ferne Welten nah gesehen

Bildatlas des Sonnensystems
Bildatlas des Sonnensystems* (vermutlich besaß das Buch einen Schutzumschlag, der jedoch fehlt.)

Was steht drin?
Streng genommen müßte der Titel dieses Buches lauten: Das Sonnensystem unter besonderer Betrachtung des Planeten Mars.
Denn der Bildatlas des Sonnensystems ist zweigeteilt.

Teil 1
Im ersten Teil „Darstellung des in Raum und Zeit Unzugänglichen“ (S.7*),  leiten die Autoren ins Thema ein, bevor sie unser Sonnensystem Planet für Planet, einschließlich des Mondes, der Planetoiden und Kometen, beschreiben. Dies geschieht sehr gründlich mit vielen hilfreichen Abbildungen.

Teil 2
Der zweite Teil „Das Beispiel Mars – von der Hypothese zur Wirklichkeit“ (S.95*) widmet sich ganz unserem roten Nachbarn. Er ist etwas umfangreicher als der erste Teil. Die bis 1974 erfolgten Mariner-Marsmissionen der NASA werden ebenso genau beschrieben, wie die russischen Versuche bis 1973. Darüber gibt es einen kleinen Ausblick auf die 1976 geplanten NASA-Missionen Viking 1 und Viking 2, die später tatsächlich erfolgreich abgeschlossen wurden.

Viel Information:
Bruno Stanek und Ludek Pesek beleuchten den Mars in all seinen Facetten. Die Themen lauten u.a.:

  • Entstehungsgeschichte.
  • Vulkanismus.
  • Gravitationsfeld.
  • die Tages- und Jahreszeiten des Mars.
  • Atmosphäre.
  • die Marsmonde Deimos und Phobos.
  • Meteorologie des Mars.
  • Klima und Staubstürme.
  • Wolken, Schnee und Eis auf dem Mars.
  • Flußbette.
  • Polkappen.
  • die topographischen Eigenarten des Mars.
  • Mutmaßliche chemische Zusammensetzung der Marsoberfläche.

Im Anhang findet sich eine Erklärung der Fachausdrücke und ein Sachregister.

Was fehlt?
Das berühmte Marsgesicht ist im Buch nicht abgebildet. Es wurde erst nach Drucklegung des Buches von der Marssonde Viking 1 im Jahr 1976 fotografiert.

Was macht dieses Buch so lesenswert?
Der Bildatlas des Sonnensystems besticht durch seine detaillierten Beschreibungen und seine zahlreichen, teilweise farbigen, Abbildungen. Sämtliche Fotos sind durchgängig schwarz/weiß. Das betrifft nicht nur die Aufnahmen der einzelnen Himmelkörper, sondern auch die Portraits der Astronauten.

Ergänzende Rekonstruktionen
Ein großer Teil der Abbildungen sind sogenannte „ergänzende Rekonstruktionen“, d.h. Grafiken, die nicht vorhandene Bildaufnahmen ferner Planeten oder anderer Dinge hilfsweise ersetzen sollen.

Die Autoren gehen auf das Wesen ergänzender Rekonstruktionen ein. Sie erklären:

„Die Darstellung soll in jedem Detail dem letzten Stand der Wissenschaft entsprechen. Erwiesene Fakten und logische Hypothesen müssen sich zu einem widerspruchslosen Ganzen zusammenfügen.“*

Die Frage, inwieweit das hier gelungen ist, würde einen Vergleich der ergänzenden Rekonstruktionen von vor mehr als vierzig Jahren mit dem heute zur Verfügung stehenden Bildmaterial bestimmt interessant machen.

Fest steht jedoch schon jetzt, dass die Grafiken von großen Könnern ihres Fachs mit viel Liebe zum Detail angefertigt worden sind. Sie wirken sehr plastisch und erstrecken sich vielfach über Doppelseiten des Atlas‘.

Antiquarisch erhältlich
Das Buch ist vergriffen, doch Du kannst es hier, teils mit anderslautender Verlagsangabe, gebraucht kaufen: Bildatlas des Sonnensystems

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* STANEK, Bruno / PESEK, Ludek: Bildatlas des Sonnensystems. Ferne Welten nah gesehen, (o.Aufl.), Bern und Stuttgart: Hallwag, 1974